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Gemeldetet Diskriminierungsfälle:

Im Sommer 2005 hat Herr B., einer unserer Patienten, der im Rahmen des Modellprojektes behandelt wird und täglich zweimal unsere Ambulanz aufsuchte, während des Vormittages angerufen: er habe einen Hund aufgegriffen, der offenbar seinem Herrchen entlaufen war und kurz davor war, eine stark befahrene Strasse zu überqueren. Der Hund trug ein Halsband und war gepflegt, also sicher ein entlaufenes Tier. Er wusste nun nicht, was er mit dem Tier machen sollte, wollte  es natürlich nicht wieder seinem Schicksal überlassen. Wir haben versucht, herauszufinden, ob das Tierheim oder eine sonstige Stelle dafür zuständig ist. In der Zwischenzeit hatte dann der Besitzer, der ein Büro in der Nähe unserer Ambulanz hat und dem der Hund entlaufen war, über wohl Beobachtungen von anderen und Nachfragen sich schließlich bei uns gemeldet. Er fragte, wo der Hund jetzt sei, er müsse den unbedingt so schnell es geht zurück haben, damit er ihn seinen Kindern wieder geben könne usw.. Zunächst alles noch recht freundlich.... Leider war Herr B. nicht erreichbar und wir wussten nicht genau, wo der Hund nun ist. Wir versicherten dem Besitzer aber, dass wir es herausfinden und uns dann umgehend bei ihm melden werden, auf jeden Fall ist der Hund in Sicherheit und wird auch wieder zurückgegeben. Zur nächsten Vergabe kam dann Herr B. und erzählte, dass er den Hund zunächst nun einem Bekannten mitgegeben habe, der selbst einen Hund hat und auch Futter usw. und sich erst einmal ums das entlaufene Tier kümmere. Der war aber nun gerade nicht erreichbar. Wir baten deshalb Herrn B., den zu benachrichtigen, damit der Hund zu seinem Besitzer zurück kann. Herr B. bekam auch Tel.-Nr und Adresse des Besitzers. Nach einer Weile kam der Hundebesitzer mit zwei Polizeibeamten an unsere Ambulanz und fragte wieder nach dem Hund. Wir erklärten ihm, dass der Hund momentan bei einem Bekannten des Herrn B. sei und der sich bei ihm melden würde. Die Polizeibeamten drängten uns, den Namen des Herrn B. samt Adresse anzugeben (obwohl dort ja der  Hund nicht einmal war). Wir weigerten uns allerdings mit Hinweis auf die ärztliche Schweigepflicht. Daraufhin bedrohten uns die Polizeibeamten, wir hälfen einer Verschleierung einer Straftat, denn es handele sich ja offenbar hier um die „Unterschlagung einer Fundsache“. Alle Erklärungen, dass Herr B. den Hund immerhin vor dem Schlimmerem bewahrt und sicher versorgt hat wurden ignoriert, es wurde der Vorwurf einer Unterschlagung erhoben, wir wurden weiter gedrängt, die persönlichen Daten herauszugeben, unsere, bzw. die unserer leitenden Ärztin, wurden aufgenommen und der Besitzer sagte dazu nichts. Das Ganze hat sich dann im Laufe des Tages glücklicherweise wieder entspannt: Herr B. hat den Hund zurückgebracht an seinen Besitzer, nachdem wir ihn erreicht hatten und er hat auch einen Finderlohn vom Hundehalter bekommen. Sie Polizei hat sich nie wieder gemeldet. Für uns war es aber doch sehr eindrucksvoll, wie eine Tat (nämlich den Hund zu „retten“), die bei „netten Nachbarn von nebenan“ sicher als Heldentat gelobt worden wäre, bei einem Drogenabhängigen innerhalb kürzester Zeit zu einer Straftat wird.

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